Färberwaid
Isatis tinctoria L.; Familie der Kreuzblütler Brassicaceae
Merkmale
Färberwaid ist eine zweijährige krautige Pflanze, die im ersten Standjahr eine Blattrosette mit länglich behaarten 30 bis 35 cm langen Blättern und eine holzartige Pfahlwurzel ausbildet. Im zweiten Standjahr wachsen mehrere 1 bis 2 m hohe Blütenschafte mit Blättern, die den Stängel herz- bis pfeilförmig umfassen. Von Mai bis Juni blüht die doldige Rispe mit kleinen gelben Kreuzblüten, aus denen sich hängende Schoten entwickeln. Bei der Reife färben sich diese schwarz-violett.
Kulturgeschichtlicher Hintergrund
Bereits in der Jungsteinzeit wurde aus dem aus den Steppengebieten Südosteuropas und Westasiens stammenden Färberwaid der blaue Farbstoff Indigo gewonnen. Im Mittelalter wurde Färberwaid insbesondere in Thüringen angebaut und von dort bis nach England exportiert. Mit der Einfuhr des aus dem tropischen Indigoferastrauch gewonnenen Indigofarbstoffs aus Indien und später aus Amerika ging der Waidanbau seit 1590 zurück und verschwand um 1900 mit der synthetischen Herstellung von Farben vollständig. Heute liegt der Anbau in Thüringen bei ca. 80 ha, wobei insbesondere die Nutzung als natürliches Holzschutzmittel in den Vordergrund rückt.
Anbau
Die Aussaat von Färberwaid auf nährstoffreichen Böden erfolgt mit Drillmaschinen 1 - 2 cm tief entweder ab Ende Oktober oder in den Monaten März und April. Der Waid benötigt eine hohe Stickstoffdüngung sowie aufgrund der langsamen Jugendentwicklung eine Wildkrautbekämpfung. Mit Grünfuttererntern werden in mehreren Schnitten ab Ende Juni bis zu den ersten Herbstfrösten 30 - 40 dt Trockenmasse/ha geerntet. Die Blätter müssen möglichst schnell verarbeitet werden.

